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Bei Papiermaché handelt es sich um dekoratives Kunsthandwerk. Unter den Moghul Herrschern genoss diese Kunstform, die in Persien entwickelt wurde, große Wertschätzung. Bei diesem einmaligen Kunsthandwerk wird Papiernaché zu dekorativen Objekten geformt und dann von besonderen Künstlern aufwendig bemalt. Bei diesen Objekten handelt es sich in Kaschmir um Weihnachtsschmuck, Untersetzer, Vasen und Schmuckdöschen in beliebiger Form und Größe. Diese Objekte sind nicht nur liebevoll bemalt sondern auch robust und leicht zugleich.

Papiermaché Arbeiten haben sich unter Einbeziehung von Gold- und Silberfarben für aufwendige Muster zu Kunstobjekten entwickelt, die der persischen Tradition folgend meist dekorative Blumen oder Vogelmotive darstellen. Andere Designs wie Arabesken auf braunem oder rotem Untergrund, aufblühende Rosenknospen suggerierend, oder das Design Yarkand, das Spiralen zu goldenen Rosetten in mehreren Zentren bündelt und mit weißen Blüten bestäubt.

Einige Objekte wie Schüsseln oder Vasen werden mit einem Messingrand versehen, besondere Dosen haben Ornamente von goldenen oder silbern Blättern des Chinar Baumes, oder zeigen wunderschöne Landschaftsmotive wie zum Beispiel ein Hausboot auf dem Dal Lake als kulturelle Identität von Kaschmir.

Die traditionelle Herstellung von Papiermaché in Kaschmir wird so überliefert: mehrere Tage wird Papier in Wasser eingeweicht, bis es sich auflöst. Das Wasser wird vollends ab gesiebt und die restlichen Schlacken werden zu einem Brei verarbeitet und zwei oder drei Tage in Formen gebettet. Wenn die Masse ausgetrocknet ist, wird sie in zwei Hälften aus der Form heraus geschnitten und wieder zusammengeklebt. Die Oberfläche wird mit Leim und Gypsum eingerieben, mit einem Stein weich poliert und mit feinen Schichten von Fliesspapier überzogen, mit einer ersten Farbe grundiert, bevor das Design dann Freihand auf die Oberfläche gemalt wird. Mit Sandpapier wird noch einmal poliert und abschließend mit mehreren Lackschichten überzogen. Die Farbintensität des Design kommt von zerriebenen mineralischen Pigmenten, die dem Farbauftrag beigemischt werden. Die Kunsthandwerker in Kaschmir wollen diese Tradition bewahren, und bis zum heutigen Tag werden Papiermachéobjekte in kleinen Familienbetrieben angefertigt.